Alor Setar und Penang: Erste Schritte in Malaysia

Die Strassen der Altstadt von George Town haben Charme

Die Strassen der Altstadt von George Town haben Charme

Unser Transfer von Thailand nach Malaysia hätte so einfach sein können. Viel Geld auf den Tisch legen und von Ko Li Pe nach Langkawi übersetzen. Wir entschieden uns jedoch für eine etwas kompliziertere und abenteurlichere Variante und schafften es trotzdem. In Alor Setar und Penang konnten wir unsere ersten Erfahrungen in einem Land machen, welches wegen seiner kulturellen Vielfalt und ausgezeichnetem Essen ein Vorbild für viele andere Länder sein könnte.

Da meine Zeit in Thailand beinahe abgelaufen war, machten wir uns am 15. November auf, die Grenze nach Malaysia zu überqueren. Von Ko Li Pe gab es dazu im Grunde zwei Möglichkeiten: erstens direkt mit der Fähre auf die Insel Langkawi übersetzen oder mit der Fähre nach Pakbara in Thailand fahren und dann auf dem Landweg weiter nach Malaysia. Auf Grund des (un)verhältnismässig hohen Preises entschieden wir uns für die Variante zwei. Wir hatten uns das alles relativ einfach ausgemahlt: mit dem Long-Tail Boot von Ko Adang zum Dock nach Ko Li Pe, von dort weiter mit der Fähre nach Pakbara, Umsteigen auf einen motorisierten Untersatz nach Thamalang von wo aus weiter mit dem Long-Tail Boot über die Grenze nach Kuala Perlis und zu guter letzt nochmals mit dem Bus nach Alor Setar. Die Theorie klang etwas langwierig aber durchaus machbar. Die Realität war gar nicht so viel anders, mit einem kleinen Unterschied.
Das Long-Tail Boot erwartete uns um kurz nach 8:30 Uhr am Strand von Ko Adang und brachte uns flugs zum Dock, wo wir gleich in die schon wartende Fähre nach Pakbara einsteigen konnten. Um 9:30 Uhr fuhr die Fähre auch los und kurz nach 11 Uhr erreichten wir das Festland. Wir schauten uns nach Transport Richtung Malaysia um, denn wir wollten auch überprüfen, ob es bessere Möglichkeiten als unsere Pläne gab. Für 500 Bahr pro Person hätten wir nach Alor Setar fahren können, das schien uns allerdings etwa viel. Die 300 Baht nach Thamalang ebenfalls. Nach einer kurzen Suche fanden wir ein Songthaew, welches uns für 25 Baht nach Li-Nga fuhr, wo wir für 60 Baht einen lokalen Minibus nach Satun erwischten. Nach einem kurzen Mittagessen fuhren wir mit einem weiteren Songthaew nach Thamalang für weitere 30 Baht. Etwas schneller wären wir für 300 Baht von Pakbara nach Thamalang gefahren, so bezahlten wir für die Strecke nur 115 Baht. Gut, wenn man etwas Zeit mitbringt und die lokalen Verkehrsmittel ausprobieren kann…

Die grosse Moschee von Alor Setar

Die grosse Moschee von Alor Setar

Unser Plan kam in Thamalang leider etwas ins Stottern: da mittlerweile Fahrten über die Grenze von Thailand nach Malaysia per Minibus angeboten werden, nutzt keiner mehr das Angebot der Long-Tail Boote zwischen Thamalang und Kuala Perlis. Entsprechend ist der reguläre Service eingestellt worden und man muss ein Long-Tail Boot für die 45 Minuten chartern, was mit rund 1500 Baht zu Buche schlägt. Wir hatten nun zwei Möglichkeiten: entweder mit dem Songthaew zurück zum Busbahnhof in Satun und dort einen Minibus finden oder weiter mit der Fähre nach Langkawi. Da es für uns nur einen Weg vorwärts gab entschieden wir uns für die Variante Langkawi. Die Grenzformalitäten waren einmal mehr nur Formsache und ohne Umstände erhielten wir die Genehmigung uns die nächsten 90 Tage in Malaysia aufzuhalten. Im Hafen von Kuah auf Langkawi schauten wir uns gleich nach Fährverbindungen nach Kuala Kedah um und stellten fest, dass es am selben Abend noch eine Fähre gab. Schnell kauften wir uns eine Fahrkarte und 20 Minuten später sassen wir in der nächsten unterkühlten Fähre. Bei Dunkelheit erreichten wir das malaysische Festland und ein Busfahrt mit dem Stadtbus später erreichten wir Alor Setar, dank der Hilfe zweier Einheimischer, welche seit 2 Stunden auf den Bus gewartet hatten. Obwohl sie aus Melakka zum zollfreien Shoppen nach Langkawi gefahren waren, kannten sie sich in Alor Setar etwas aus und konnten uns zeigen, wo wir ein günstiges Hotel finden würden. Der Tip war gut, wir fanden aber noch etwas besseres, wo wir dann gegen 21 Uhr unser Zimmer bezogen. Zum Glück sind die Malayen späte Abendesser, so dass wir ohne Probleme unsere Bäuche das erste Mal in Malaysia vollschlagen konnten.
Schöne Sicht über Alor Setar vom Fernsehturm

Schöne Sicht über Alor Setar vom Fernsehturm


Der zweihöchste Fernsehturm von Malaysia in Alor Setar

Der zweihöchste Fernsehturm von Malaysia in Alor Setar

Obwohl Alor Setar nicht als erste Destination für Touristen in Malaysia galt, hatten wir die Provinzhauptstadt der Provinz Kedah als ersten Stop gewählt. Wie in Kamboschda mit Kratie bot uns das Städtchen die Möglichkeit einen ersten entspannten Eindruck der hiesigen Gepflogenheiten zu erhalten, ohne gleich in die Touristenfallen zu tappen und zu lernen wie das lokale Leben so tickt. Einige Dinge vielen uns sofort auf: an jeder zweiten Strassenecke gibt es etwas zu Essen, die Leute der drei Hauptgruppen leben friedlich zusammen und sind doch irgendwie getrennt und das Essen schmeckt. Dadurch das Malaysia neben den Malayen auch von Chinesen und Indern bevölkert ist, ergibt sich eine grosse Auswahl an Mahlzeiten. Je nach Lust und Laune setzt man sich in ein Restaurant der jeweiligen Bevölkerungsgruppe. Gemischte Restaurants sind eine Seltenheit.
Im Pekan Rabu Markt in Alor Setar

Im Pekan Rabu Markt in Alor Setar


Interessante Bäume auf dem Hauptplatz von Alor Setar

Interessante Bäume auf dem Hauptplatz von Alor Setar

Wir erkundeten das Stadtzentrum mit der grossen Moschee, dem Fernsehturm und dem Pekan Rabu, dem Markt, der etwas verlassen wirkt und trotzdem der Nabel der Stadt zu sein scheint. Am nächsten Morgen bereits fuhren wir mit dem Stadtbus zum grossen Busterminal von Alor Setar um gleich in den Bus nach Georg Town auf Penang bugsiert zu werden. Am Pier in Butterworth wurden wir abgesetzt und eine kurze Fährfahrt später setzten wir den Fuss auf die Insel, welche das heutige Singapur hätte werden können. Im geselligen alten Zentrum der zweitgrössten Stadt in Malaysia fanden wir schnell ein nettes Guesthouse wo wir uns für die nächsten 3 Tag einquartierten. Nahrungssuche in Malaysia ist ein extrem schwieriges Thema. Die Auswahl ist so gross und an jeder Ecke gibt es eine Essmöglichkeit, so dass man sich mit der Entscheidung was zu essen nicht leicht tut. Zum Glück konnten wir uns bisher noch jedes Mal entscheiden können. Den ersten Nachmittag verbrachten wir damit, die Altstadt mit den zweistöckigen Kolonialbauten anzuschauen. Die bunten Häuser strahlen eine ganz besondere Atmosphäre aus und verleiten zum Verweilen ein. Dies taten wir dann auch in einem der kleinen und unzähligen lokalen Cafés und plauderten mit ein paar Einheimischen über Gott und die Welt.
Zum Abendessen suchten wir uns ein gutes Restaurant in Little India aus. Da einmal mehr die Auswahl riesig war, baten wir den jungen Herrn, welcher die Bestellung entgegennahm, uns etwas zu empfehlen. Das ausgezeichnete Essen endete beinahe im Disaster, da wir dem Platzen nahe waren, als wir das Restaurant verliessen. Dafür war dann der Geldbeutel wieder etwas leichter, was die Situation etwas entspannte.
Schmetterlingfarm in Teluk Bahang auf Penang

Schmetterlingfarm in Teluk Bahang auf Penang


Schmetterlingfarm in Teluk Bahang auf Penang

Schmetterlingfarm in Teluk Bahang auf Penang


Es gibt nicht nur Schmetterlinge in der Butterfly Farm...

Es gibt nicht nur Schmetterlinge in der Butterfly Farm…


Den ersten ganzen Tag in Penang begannen wir auf der Rückseite der Insel, wo wir das dortige Teluk Bahang etwas besichtigten, bevor wir im Butterfly Garden die tropischen Schmetterlinge, sowie einige Echsen bewunderten. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, was die Natur in den Tropen so alles zu Stand bringt. Neben der grösse der Tiere sind deren Farben und Muster ganz besonders überwältigend.
George Town vom Penang Hill

George Town vom Penang Hill

Unser Plan über die Rückseite der Insel Penang, genauer über Balik Pulau, nach Ayer Itam und dem Penang Hill zu gelangen, ging leider gründlich in die Hose. Schuld daran war die Zuverlässigkeit der Buslinie 501, welche je nachdem wenn man fragte, alle anderhalb oder zwei Stunden fuhr, wenn es denn an der einen Endhaltestelle auch Passagiere gäbe. So fuhren wir zurück nach George Town, wo wir erst einmal etwas assen, bevor wir den Bus 204 zum Penang Hill nahmen. Dort stiegen wir auf die Standseilbahn um, um wenig später den Ausblick über George Town zu geniessen. Der Rundumblick vom höchsten Punkt von Penang blieb uns leider verwehrt, da nicht alle Blickrichtungen zugänglich waren und der Himmel am späten Nachmittag doch recht verhangen war. Wir liessen uns durch den drohenden Regen allerdings nicht beeindrucken und machten uns trotzdem auf einen Spaziergang durch die Bungalows, welche als Wochenendhäuser von reichen Leuten in Malaysia genutzt werden. Auf halber Höhe stellten wir uns an eine Standseilbahnstation und hofften, dass doch auch bei Gelegenheit eine Bahn anhalten würde, denn es gab weder einen Aufseher noch einen Knopf, um die Bahn zum Anhalten anzuhalten. Da Malaysia ein sehr organisiertes Land ist, gab es keinen Grund zu Unruhe, denn pünktlich nach Fahrplan hielt die Bahn an unserer Station und wir konnten uns in den bereits ganz ordentlich gefüllten Wagen hineinquetschen.
Als wir an der Talstation angekommen waren, war bereits dunkel. Dies passte uns sofern gut in den Plan, da wir gehört hatten, dass der Kek Lok Si Tempel, unweit vom Penang Hill gelegen, nachts sehr schön beleuchtet sein soll. Die Fotos, welche wir vor und nach unserem Besuch sahen, bestätigten dies, nur befand sich die gesamte Anlage während unserem Besuch im Umbau und beinahe alle Lampen waren demontiert. So suchten wir die nächste Bushaltestelle und waren bald wieder unterwegs in die Altstadt von George Town. Bei einem weiteren Inder erhielten wir ein leckeres Abendessen, bevor wir uns erschöpft in unsere Unterkunft zurückzogen.
Not a hotel anymore, but still a nice sight

Not a hotel anymore, but still a nice sight

Wer findet das Edelweiss Café?

Wer findet das Edelweiss Café?

Den zweiten Tag in George Town gingen wir sehr gemütlich an. Den Wecker hatten wir nicht gestellt und bis wir schliesslich unterwegs waren, war es beinahe Mittag. Die Entspannung tat uns allerding auch gut und viel hatten wir für den Tag auch nicht auf dem Programm. Zunächst verirrten wir uns nochmals in den Gassen der Altstadt, um die Strassenkunst zu bewundern. Üeberrascht waren wir dann auch im wirklich touristischen Viertel auf ein Boutique Hotel mit Bünderfahne und ein Edelweiss Café mit Rösti und Käsefondue im Angebot zu treffen.
In einem der zahlreichen chinesischen Tempel

In einem der zahlreichen chinesischen Tempel

Wir besichtigten lieber die chinesischen Tempel und begutachteten die kreativen Kreationen in den Gassen. Als wir die Kunstwerke ausgiebig besichtigt hatten fuhr gerade ein Bus Richtung Kek Lok Si Tempel vorbei. Wir folgten dem Bus zur nächsten Haltestelle und fuhren zum Tempel, der uns nachts zuvor noch durch Dunkelheit enttäuscht hatte. Bei Tageslicht sahen wir den angeblich grössten buddhistischen Tempel in Südostasien dann noch etwas besser. Wir genossen die Aussicht auf George Town und Ayer Itam, sowie die Atmosphäre im Tempel. Vor unserer Rückfahrt nach Georg Town gab es noch eine Kokusnuss zum Trinken, etwas was wir schon längere Zeit nicht mehr gemacht hatten.
Street art und Besucherin

Street art und Besucherin


Darstellung der drei grössten Ethnien in Malaysia

Darstellung der drei grössten Ethnien in Malaysia


Mahlereien treffen auf reale Objektet

Mahlereien treffen auf reale Objekte


Nach einem chinesischen Abendessen und einem kurzen Abendspaziergang zogen wir uns schliesslich in unsere Unterkunft zurück, da wir am nächsten Morgen mal wieder einen Ort weiter wollten, nach Ipoh und schliesslich in die Cameron Highlands.
Kok Lek Si und seine Pagode im Stile von Myanmar, Thailand und chinesisch (von oben nach unten)

Kok Lek Si und seine Pagode im Stile von Myanmar, Thailand und chinesisch (von oben nach unten)


Chinesische und indische Einflüsse im Kek Lok Si Tempel

Chinesische und indische Einflüsse im Kek Lok Si Tempel