Weiter nach Kroatien

Am Samstag war die Zeit dann gekommen, um Abschied von Slowenien zu nehmen. Die Reise von Ljiubljana nach Kroatien ist nicht weit, barg aber einmal mehr Üeberraschungen. Zagreb überraschte dann mit einer schönen Altstadt und viel gutem Essen.

Mein Körper entschied sich ab Ljubljana den frühen Zug zu nehmen. Dies bedeutete vor 7 Uhr aufstehen und dann möglichst keinen Lärm machen, damit die anderen Leute im Zimmer nicht gestört würden. Beeindruckend waren an diesem Morgen die Asiaten. Bevor das Frühstücksbuffet eröffnet war, standen schon rund 15 Asiaten zum plündern des Buffets bereit.
Am Bahnhof kaufte ich mir dann die Fahrkarte und stellte mich dann auf den Bahnsteig, um die 10 Minuten auf den Zug zu warten. Angezeigt wurde mal der 8:15 Intercity nach Belgrad (mein Zug) und mal der Nachtzug nach Zagreb mit fahrplanmässiger Abfahrt 6:20. Einige Durchsagen in slowenisch folgten, half mir aber nicht weiter. Darauf hin sprach ich einen Kroaten an, was denn die Mitteilung sei. Er meinte dann, dass er die Durchsage auch nicht zu 100% verstehe, aber erstmal bekannt gegeben wird, welcher Zug wieviel Verspätung hat. Irgendwann kam dann ein Zug. Den Schlafwagen nach zu urteilen, war es der Nachtzug, jedoch stürmten alle Leute in den Zug. Der Kroate fragte dann beim Bahnpersonal nach und wir entschieden uns dann einzusteigen. Des Rätsels Lösung: die Slowenen war sehr pragmatischen und haben kurzerhand die beiden Züge gekoppelt, vorne den Nachtzug und dahinter der Intercity.
Auf der Fahrt nach Zagreb hatten wir dann zu dritt, zu uns gesellte sich noch eine Kroatin, interessante Diskussionen über Destinationen, welche man besuchen sollte (Mostar darf ich nicht auslassen), die Sprachen auf dem Balkan und nebenbei erfuhr ich noch, dass wir am ersten Atomkraftwerk des damaligen Jugoslawiens vorbeifuhren.

Die Kirche St. Markus

Die Kirche St. Markus

In Zagreb suchte ich dann erst einmal das Hobo Bear Hostel. Dort liess ich mich erst einmal informieren, wo ich Geld wechseln konnte (zufällig war Nationalfeiertag in Kroatien, was man aber überhaupt nicht feststellte), wo die Sehenswürdikeiten und die Märkte liegen. Es folgte eine Rundwanderung durch die Altstadt Zagrebs. Zur Runde gehörten die Einkaufsstrasse, der Marktplatz, die wunderschöne Kathedrale, eine weitere Kirche, sowie die Kneipenstrasse, wo sich abends ganz Zagreb trifft.
Antiquitäten Markt auf dem Britanksi Trg

Antiquitäten Markt auf dem Britanksi Trg

Am Sonntagmorgen war das erste Ziel der Britanski Trg. Ich ging dorthin, weil mir dort ein Café fürs Frühstück empfohlen wurde. Zufällig ist aber sonntags auf dem Platz auch Antiquitätenmarkt. Nach dem Frühstück schaute ich mich erst auf diesem Markt um, bevor ich mich auf den Weg zu einem einmaligen Spektakel in Kroatien machte. Aber auch das nur über Umwege. Denn heute war auch Marathon in Zagreb, was bedeutet, dass die Strassenbahnen nicht so fahren, wie ausgeschildert. An der Haltestelle gab es keinen Fahrkartenautomaten, doch eine nette Dame erklärte mir, an welchem Kiosk ich welche kaufen konnte. Danach musste sie mir noch erklären, wo ich denn eine fahrende Strassenbahn finden würde. Die Herausforderung lag in der Tatsache, dass wir keine gemeinsame Sprache sprechen, aber auch das klappte zum Schluss einwandfrei (gut, wenn man weiss, was Bahnhof auf Kroatisch heisst…).
Flohmarkt in Zagreb: Auto zu verkaufen

Flohmarkt in Zagreb: Auto zu verkaufen

Der zweite Markt des Tages würde ein Flohmarkt sein, auf welchem man alles, inkl. Autoersatzteile kaufen könnte. Die Üeberraschung war dann doch gross, dass es sich nicht nur um Ersatzteile, sondern auch um komplette Autos handelte. Private verkaufen jeden Mittwoch und Sonntag Gegenstände von Kleidern über Schuhe und Werkzeug bis hin zu Autos an andere Private. Den Weg zu finden war einfach: nur den Menschenmassen und der Blechlawine folgen.
Flohmarkt in Zagreb: Kleider zu verkaufen

Flohmarkt in Zagreb: Kleider zu verkaufen

Der Markt machte mir einmal mehr bewusst, in welch einer Wegwerfgesellschaft wir mittlerweile leben. Neben völlig funktionierenden Gegenständen wurden auch z.B. Gehäuseteile von Motorsägen, Pumpen und viele verschiedene Kleinteile verkauft. Und zwar nicht in der Sparpackung mit 100 Stück, sondern einzeln und womöglich schon einmal benutzt.
Flohmarkt in Zagreb: Armaturen fürs Bad zu verkaufen

Flohmarkt in Zagreb: Armaturen fürs Bad zu verkaufen

Nach der Wanderung von der Stadt zum Markt und zurück, schaute ich mir dann noch kurz den Zieleinlauf einiger Läufer des Zagreb Marathons an. Dieser weckte Erinnerung an meinen Lauf in Dresden vor 4 Jahren. Leider waren jedoch die Trommelgruppen am Wegrand weniger, so dass die Menschenmenge nicht gerade tobte.
Die weitere Planung sieht nun erst einmal eine Reise an die Plitvicer Seen vor, bevor ich dann vorübergehend Kroatien verlasse und in Bosnien und Herzegownia die Städte Sarajevo und Moster besuchen werde. Ob das alles wie gewünscht klappt, weiss ich noch nicht, denn dafür benötige ich einen Bus von den Plitvicer Seen nach Bihac. Bisher habe ich noch keine zuverlässige Information, ob da auch Linienbusse verkehren.