Kuala Lumpur: Eine Stadt im Wandel

Kuala Lumpur entwickelt sich rasant...

Kuala Lumpur entwickelt sich rasant…

Nach dem erfrischenden Aufenthalt in den Cameron Highlands war einmal mehr absteigen in die warmen Lowlands angesagt. In knapp 4 Stunden erreichten die die Hauptstadt Malaysia’s, Kuala Lumpur. In aller Gemütlichkeit erkundeten wir nicht nur Sehenswürdigkeiten, sondern auch das Makenzeichen von Malaysia: das Essen.

Koloniale Üeberreste beim alten Marktplatz

Koloniale Üeberreste beim alten Marktplatz

Nach einem letzten Frühstück in Tanah Ratah bei den Essständen bestiegen wir kurz vor 9 Uhr morgens den Bus Richtung Kuala Lumpur. Wir genossen die letzten Blicke auf die wilde Natur der Highlands und die erstaunlich wenigen Gewächshäuser südlich der Highlands. Der Busfahrer hatte allerdings auf der kurvigen Strasse sehr viel zu tun. Bei einer Polizeikontrolle wurden dann auch noch drei unserer Mitfahrer von den hintersten Reihen gebeten auszusteigen. Illegale Einwanderer sollen anscheinend ein grosses Problem in Malaysia sein. Wir durften allerdings sitzen bleiben und erreichten um die Mttagszeit den Busbahnhof Pudu an sehr zentraler Lage in Kuala Lumpur.
Zimmer mit Aussicht

Zimmer mit Aussicht

Da wir uns entschieden hatten in Bukit Bintang in der Nähe der grossen Shopping-Malls der Stadt zu übernachten, konnten wir uns gleich zu Fuss auf den Weg machen. Nach wenigen hundert Metern bogen wir dann auch in die Jalan Alor ab, die Strasse mit den vielen Restaurants, deren Tische abends beinahe auf die Strasse reichen. Zwischen den unzähligen Esspalästen befanden sich auch einige günstige Unterkünfte, wobei wir jedoch auf den Aufenthalt in den Kellerräumen verzichteten und stattdessen ein schönes Zimmer in der vierten Etage, etwas über dem Lärm, für nur wenig mehr Geld erhielten.
Weihnachten nähert sich mit grossen Schritten...

Weihnachten nähert sich mit grossen Schritten…

Wir unternahmen einen ersten Spaziergang um das soganannte goldene Dreieck Kuala Lumpurs zu besichtigen. Zunächst waren da die ganzen Shopping-Malls von Bunkit Bintang. Alle Wege schienen zur Pavilion Mall zu führen, wo wir bestätigen konnten, was uns an der Rezeption unseres Hotels gesagt wurde: Die Weihnachtszeit war in vollem Gange. Bereits vor der Mall wurden wir mit Weinachtsschmuck bergrüsst und im Atrium der Mall standen gleich vier riesige Weihnachtsbäume und ein noch grösserer Weihnachtsmann. Dazu erklangen dezent Weihnachtslieder aus den Lautsprechern. Durch die niedrige Temperatur in der Mall fühlten wir uns gleich in ein winterliches Europa versetzt. Dies änderte sich aber schon bald als wir über den SkyWalk zum KLCC dem Kuala Lumpur City oder Conference Centre liefen. Die Umgebung der Petronas Twin Towers, der modernen Wahrzeichen der Stadt, war kurz vor den tägichen Niederschlägen sehr heiss und schwül und liess alles andere als Weihnachtsgefühle aufkommen. Wir genossen trotzdem die Aussicht auf die bis vor einigen Jahren noch höchsten Gebäude der Welt, ehe wir uns auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft, wo wir etwas später meinen Studienkollegen Tom für ein leckeres Abendessen in der Jalan Alor trafen.
Rumhängen bei den Petronas Twin Towers

Rumhängen bei den Petronas Twin Towers


Vorsicht beim Füttern der Piranhas im Aquarium...

Vorsicht beim Füttern der Piranhas im Aquarium…

Nachdem wir am Vortag das goldene Dreieck etwas kennengelernt hatten, so stand am ersten ganzen Tag in Kuala Lumpur das historische Viertel auf dem Programm. Nachdem wir spät aus den Federn gekrochen waren schafften wir es noch vor Mittag unseren Sightseeing Trip beim Sentral Market zu beginnen, ehe wir einmal um den Unabhängigkeitsplatz (Merdeka Square) kreisten und uns all die Sehenswürdigkeiten anschauten. Am späteren Nachmittag machten wir uns auf den Weg zum KLCC ins Aquarium. Die wunderschön gestaltete Unterwasserwelt hat war beeindruckend und der Tunnel unter Rochen und Haien etwas sehr besonderes. Wie bei den meisten Museen dieser Welt fehlte uns allerdings auch hier etwas der rote Faden. Der Beginn mit der Unterwasserwelt vom Bach zum Meer überzeugt, wird jedoch mittendrin unterbrochen und plötzlich wird man mit allerlei Fakten überrumpelt. Es wäre wünschenswert, wenn Museen grundsätzlich mehr Wert auf didaktischen Aspekte legen würde und was man wem wie vermitteln möchte. So bleiben einem zwar schöne Eindrücke, gelernt hat man allerdings nur wenig.
Zur blauen Stunde umkreisten wir dann einmal mehr die Petronas Twin Towers um einige schöne Eindrücke mehr mitzunehmen. Plötzlich waren einige Leute mehr auf dem Platz vor den immensen Gebäuden vorhanden, so dass es beinahe unmöglich war, ungestört eine Aufnahme von den architektonischen Wunderwerken zu machen. Zum Glück hatten wir schon einige Bilder tagsüber gemacht, so dass wir uns relativ bald wieder Richtung Jalan Alor und einem leckeren Abendessen auf den Weg machen konnten.
Petronas Twin Towers nach Sonnenuntergang

Petronas Twin Towers nach Sonnenuntergang

Impression von Chinatown

Impression von Chinatown

Den zweiten Tag in Kuala Lumpur starteten wir in Chinatown. Da es für malaysische Verhältnisse noch sehr früh am Morgen war, waren die Strassen allerdings noch wie leer gefegt. Wir konnten trotzdem einen Eindruck der Gegend erhalten, zogen aber schon bald weiter in das wirklich kleine Little India. Dort fanden wir in einem wohl lokal sehr bekannten Restaurant ein leckeres kleines Mittagessen. Wir wollten unsere Mägen nicht zu sehr füllen, da wir uns fürs Abendessen noch einmal mit Tom verabredet hatten. Da Tom seit einiger Zeit in Kuala Lumpur lebt und sich zu einem malaysischen Foodie entwickelt hat, was als Kompliment zu verstehen ist, wussten wir, dass wir einen guten Hunger zum Abendessen mitzubringen hatten.
Um das Abendessen zu verdienen spazierten wir noch etwas durch die Stadt und statteten den Gedenkstätten des ersten und dritten Premierministers von Malaysia einen Besuch ab. Vor allem die riesige Gedenkstätte von Tun Rahman gab uns gute Einsichten wie Malaysia 1957 die Unabhängigkeit erreichte und wie die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gemeinsam dafür kämpften. Gar nicht beleuchtet wurde natürlich die Tatsache, dass nach der Gründung des Staates die ethnischen Malayen für 50 Jahre gewisse Vorteile geniessen sollten, um deren soziale Umstände zu verbessern. Obwohl die 50 Jahre mittlerweile um sind, hat sich die Gesetzgebung in diesem Aspekt nicht verändert.
Bunte Papageien lauern auf Futter von den Besuchern

Bunte Papageien lauern auf Futter von den Besuchern


Einige versteckten sich ganz gut in den Bäumen... wir erwischten sie aber trotzdem

Einige versteckten sich ganz gut in den Bäumen… wir erwischten sie aber trotzdem


Ein Pfau versucht die Weibchen in der Nähe zu beeindrucken

Ein Pfau versucht die Weibchen in der Nähe zu beeindrucken

Den dritten Tag in der Hauptstadt verbracht wir vor allem in der Natur der Stadt. Unsere Tour der Grünanlage westlich des Zentrum begann am Hauptbahnhof „KL Sentral“, von wo aus wir am Nationalmuseum vorbei den Hügel erklommen, um zum Planetarium zu gelangen.
Teil des National Monument

Teil des National Monument

Leider gab es nicht wie erhofft die Aussicht über die Stadt, also drehten wir wieder ab und gingen am See vorbei zum nächsten Hügel wo sich das Nationalmonument befindet. Das Monument gedenkt all derjenigen, welche in den Kriegen, von welchen Malaysia heimgesucht wurde, gefallen sind. Nach einer Erfrischung und einer kurzen Pause in einem der Restaurants auf dem Hügel zogen wir weiter zum KL Bird Park, der angeblich grössten Voliere der Welt. Der Besuch des riesigen Parkes lohnt sich definitiv, denn einerseits gibt es unzählige fliegende Tiere zu sehen und andererseits sind diese die Besucher so gewöhnt, dass man sie nicht nur durch ein Fernglas sehen kann. Natürlich würden diese Tiere in der freien Wildbahn unmöglich überleben. Wir schafften rund zwei Drittel des Parks zu besichtigen, ehe der tägliche Regen einsetzte. Wir setzten uns auf eine Bank unter einem Wasserfall und genossen das Naturschauspiel, ehe wir uns aufmachten, die restlichen Vögel zu besichtigen.
Auf dem Rückweg in die Zivilisation von Kuala Lumpur kreuzten wir noch den schönen Bahnhof Kuala Lumpur (nicht KL Sentral) ehe wir uns auf die Suche nach Abendessen machten. Den Rest des Abends nutzen wir um unsere Berichterstattung für unsere treuen Lesen zu aktualisieren.
An unserem letzten Tag in Kuala Lumpur wurden wir noch einmal vom Sonnenschein gegrüsst. Wir nutzten die Gelegenheit und spazierten zum KL Tower, dem Fernsehturm der Stadt. Vom Turm gibt es zwei Möglichkeiten, die Aussicht zu geniessen. Entweder vom verglasten Observation Deck oder aber von einer Freiluftplattform, welche noch 4 Etagen höher liegt. Da die zweite Option gleich doppelt so viel kostet wie die erste, entschieden wir uns die Variante verglaste Aussicht. Wir drehten zwei Runden und genossen die wunderbare Aussicht über eine Stadt mit rund 6 Millionen Einwohnern und sehr sauberer Luft.
Moderne Stadt Kuala Lumpur, hier das KLCC

Moderne Stadt Kuala Lumpur, hier das KLCC

Den Nachmittag verbrachten wir mit einem weiteren Spaziergang in der Grünzone der Stadt und mit einem Besuch des Museums für islamische Kunst. Wie das Aquarium (vielleicht ein etwas befremdlicher Vergleich) war die Ausstellung in sehr hoher Qualität erstellt und die Gegenstände wunderschön präsentiert. Einmal mehr fehlte uns eine Botschaft respektive ein roter Faden durch die Ausstellung. Teilweise fragten wir uns sogar, was die ausgestellten Gegenstände mit dem Islam zu tun haben, der einzig ersichtliche Zusammenhang war, dass es arabische Schriftzeichen auf den Gegenständen gab.
Wir landeten schliesslich wieder in Chinatown wo wir uns in einem Restaurant ein leckeres Abendessen aussuchten, ehe wir per Monorail zurück nach Bunkit Bintang. So langsam wurde es Zeit unsere sieben Sachen zu packen, den wir wollten am nächsten Morgen Kuala Lumpur weiter Richtung Süden verlassen.