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Zum Glück hatte ich die Wettervorhersage für Freitag geprüft… eine Kaltfront sollte über den Balkan ziehen und die Temperaturen sollten erheblich fallen. Dazu kam die Tatsache, dass Regen erwartet wurde. Für das, was dann tatsächlich kam, war ich dann doch nicht vorbereitet.

Der Blick aus dem Fenster liess nichts Gutes verheissen. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel. Da mein Plan für den Tag ja sowieso für in Programm drinnen (im Berg) geplant war, stellte dies kein weiteres Problem dar. Ich entschied mich, den Zug von Ljubljana nach Postojna zu der berühmten Karsthöhle zu nehmen, Die Aussicht, dass die Temperatur im Berg rund 8°C und die Luftfeuchtigkeit hoch sein würde, führte zu einer entsprechenden Kleidung.
Bisher war das Wetter jedoch nur Theorie, welche ich von drinnen bewertet hatte. Als ich das Hostel verliess, wurde ich dann von der Realität eingeholt. Es war sehr frisch. Optimistisch, dass es tagsüber noch etwas wärmer würde, machte ich mich auf den Weg zum Bahnhof und konnte mich dann dort in den geheizten Zug setzen.
In Postojna bliess mir dann ein bissig kalter Wind den Regen ins Gesicht. Da die Höhle rund 2km vom Bahnhof entfernt liegt, freute ich mich bei dem Wetter nicht wirklich auf die Spaziergang. Zum Glück stoppte dann mindestens der Regen zwischenzeitlich, so dass ich mich entschied einen kleinen Umweg über den Busbahnhof zu machen und die Verbindungen an die Küste und nach Ljubljana zu prüfen.

Schlangestehen für die Höhle

Schlangestehen für die Höhle

Die postojnska jama, wie die Höhle auf slowenisch heisst, ist eine der grössten und berühmtesten Tropfsteinhöhlen der Welt. Berühmt insbesondere für die Menge der Tropfsteine. Daher überraschte es nicht weiter, Busse aus allen angrenzenden Ländern vor der Höhle zu sehen. An Rekordtagen werden bis zu 12000 Besucher durch die Höhle geschleust. Angesichts solcher Zahlen war die Schlange, welche sich für die 12 Uhr Tour gebildet hatte, nicht überraschend.

Die Minenbahn

Eine Minenbahn bringt die Besucher die ersten 2 Kilometer in den Berg

Die Tour beginnt mit einer Achtebahnfahrt auf einer Minenbahn über die ersten 2km der Höhle. 3 weitere Kilometer werden dann zu Fuss mit einem Führer besichtigt. Das Höhlensystem besteht aus insgesamt über 20km Gängen. Die Bahn bringt die Besucher ans Ende der sogenannten alten Höhle, die neue Höhle wird dann zu Fuss in 4 Sprachgruppen absolviert. Die Slowenen durften zuerst, gefolgt von der englischsprachigen, der italienschsprachigen und zu guter letzt der deutschsprachigen Gruppe, die Höhle besuchen. Die Fusswege sind alle betoniert, und sogar rollstuhlgängig.

In der Spaghetti-Halle

In der Spaghetti-Halle

Die Höhle selbst ist absolut beeindruckend So viele Tropfsteine habe ich noch in keiner Höhle zuvor gesehen. Richtig Wälder machen sich da breit. Und die Gänge haben nicht eben mal 2 oder 3 Meter Durchmesser, sondern sind des öfteren riesige Hallen. Nur schade, dass ich keine Fotos machen durfte.
Am Ende der Tour, wieder über Tage, war dann kein Regen mehr… es schüttete! und zwar richtig. Heutzutage ist man ja flexibel und ich verabschiedete mich erst mal von der Idee an die Küste zu fahren und setzte mich stattdessen in ein Restaurant für ein leckeres slowenisches Essen. Sehr guter Plan! Das Thermometer draussen zeigte nämlich 4.2°C an. Solche Temperaturen und der zugehörgie Schneefall wollte ich mir eigentlich bis mindestens Mitte November im Nordiran aufheben. Gut gesättigt machte ich mich dann mit dem nächsten Bus auf den Weg zurück ach Ljubljana.
Was am Abend noch übrig blieb, war die Entscheidug, ob ich am kommenden Morgen schon um 8:15 den Zug nach Zagreb nehmen würde, oder erst jenen um 14:45 mit einer Ankunftszeit nach 17:00. Ich überliess die Entscheidung dann meinem Körper. Sollte er Lust haben vor 7 Uhr schon aufzustehen, dann machen wir das.

Randnotiz: mit ausnahmes des ersten Bildes, sind die Fotos auf dieser Seite schamlos von Postojnska jama geklaut.