Ein Traum geht in Erfüllung

Am 3. Oktober 2011 wurde es also wahr! Nachdem ich mich am Morgen früh schon von meiner Mutter verabschiedet hatte, hies es um 10:15 von meinem Vater Abschied nehmen, bevor ich dann um 10:29 die S-Bahn Richtung Zürich bestieg.

Die erste Üeberraschung gab es dann in Zürich. An der Anzeigetafel stand nicht der erwartete EC nach Milano Centrale, sondern ein ICN Ersatzzug. Da die Abfahrtszeit jedoch identisch war, machte ich mir keine grösseren Sorgen. Im Zug gab es dann die Durchsage, dass wir in Arth-Goldau in den vorgesehenen Cisalpino umsteigen könnten. Die Aktion verlief auch gut, bis auf die Tatsache, dass der Zug dann schon einmal 10 Minuten Verspätung hatte. Die 15 Minuten Umsteigezeit in Mailand würden also knapp werden…
Die italienische Staatsbahn hat dann noch das Kunststück fertiggebracht, dass die Verspätung bei der Ankunft in Mailand satte 25 Minuten betrug. Keine Thema für mich, denn eine Stunde später als geplant fuhr ja bereits der nächste Zug nach Venedig. Die Passagierin neben mir meinte noch, dass die Anschlüsse von 15-20 Minuten in Mailand in den vergangenen 20 Jahren nie funktioniert hätten. Also nächte Mal beim Umsteigen in Mailand den Espresso miteinplanen ;-).
Der Zug nach Venedig hatte dann bis zur Ankunft auch 20 Minuten Verspätung, so dass aus der geplanten Ankunftszeit von 17:40 plötzlich 19:00 wurde und ich gerade noch mit den letzten Sonnenstrahlen das heutige Ziel erreichte.
Meine erste Tätigkeit war dann die Beschaffung eines Stadtplans, was auf Grund der vielen Kanäle und Brücken dringend notwendig ist. Ich habs am Abend bei Dunkelheit mal ohne versucht, hat auch beinahe geklappt.


Nach der Ankunft musste ich mir erst eine Unterkunft organisieren. Dabei lernte ich ganz nebenbei die Hausnummerierung in Venedig kennen. Es gibt hier 6 Stadtteile. Die Adresse ist ganz einfach der Name des Stadtteils und eine Nummer. Bei meiner zweiten Runde um den Campo Santa Margerita hatte ich dies dann auch verstanden. Dadurch war ich dann in der Lage das Backpackers House Venice zu finden. Dort gab es allerdings nur einen Zettel an der Tür, welcher den Weg zu einer Bar wies. Von dort wurde ich dann in den ersten Stock bei einer Herberge gebracht, wo ich das Bett für die kommenden zwei Nächte buchen konnte. Gut ist, dass ich mir zwei Adressen im Vorfeld herausgeschrieben hatte.
Leider hatte ich dann am Abend keinen grossen Appetit. Daher setzte ich mich in der Nähe des Campo Santa Margerita in eine Bar und beobachtete eine Weile die vorbeilaufenden Leute. Ziemlich viel los in Venedig für einen Montagabend. Was folgte war dann das Experiment „Navigieren bei Dunkelheit in Venedig ohne Stadtplan“. Hätte ich ein besseres Gedächtnis, wäre das Experiment auch erfolgreich verlaufen. So musste ich zwei Ecken vor dem Ziel einmal nach dem Weg fragen…